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Jeder Sechste ein Flüchtling

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Anfang April 2015
Es ist noch Winter auf der Alb. Die Landeserstaufnahmestelle (LEA) ist jetzt fünf Monate alt.

Mehr als 3.000 Asylsuchende haben insgesamt seit Oktober 2014 hier gelebt. Die meisten nur für wenige Wochen.

Meßstetten selbst hat im Kern rund 5.000 Einwohner.

Zuletzt fühlten sich Meßstetter durch die Flüchtlinge gestört. Die ehrenamtlichen Helfer waren überlastet.

Jetzt bringt ein Begegnungsprogramm Flüchtlinge und Bürger einander näher. Denn es gibt Vorbehalte.

Eine Langzeitbeobachtung
von Sandra Müller und Katharina Thoms
Nominiert für den Grimme Online Award 2015.

Länge: Rund 15 Minuten.


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Teil 1 Teil 2 Teil 4 Teil 5 Teil 6 Teil 7 Teil 8









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Einmal im Monat ist in Meßstetten Ausnahmezustand.

Dann bekommen die rund 1.000 Flüchtlinge in der Landeserstaufnahmestelle ihr Taschengeld. Darauf hat jeder Asylsuchende in Deutschland Anspruch.

Schon um 4 Uhr morgens stehen die ersten an.


 

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So viel Taschengeld bekommen Flüchtlinge in der LEA Meßstetten pro Monat:

Alleinstehende           143 Euro
Ehepartner                   129 Euro
Kinder über 18            113 Euro
Kinder 14 bis 17           85 Euro
Kinder 6 bis 13             92 Euro
Kinder unter 5              84 Euro

(Quelle: §14 des Asylbewerberleistungsgesetzes)

Die Flüchtlinge können außerdem freiwillige gemeinnützige Aufgaben in der LEA übernehmen. Für Putzen, Spülen oder Fegen bekommen sie 1,05 Euro pro Stunde.

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Für die meisten Asylsuchenden ist die Taschengeldausgabe ein besonderer Moment. Sie freuen sich auf kleine Extras für sich und ihre Angehörigen. Auch Durim aus dem Kosovo und Manuel aus Syrien.

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Viele Asylsuchende gehen mit ihrem Taschengeld in den Meßstetter Supermärkten einkaufen. Manche einheimische Kunden stört das.

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Seit Jahresbeginn 2015 melden die Supermärkte in Meßstetten mehr Ladendiebstähle.

So viele Fälle haben sie bei der Polizei angezeigt:

Oktober         1
November     1
Dezember     1
Januar         32
Februar       26

Zum Vergleich:
Im gesamten Vorjahr wurden 35 Ladendiebstähle in Meßstetten angezeigt.

Keiner der bisherigen Tatverdächtigen war Deutscher.

Die Polizei hat den Eindruck, dass sie schneller als früher informiert wird. Wo früher eine aufgerissene Verpackung einfach weggeräumt wurde, wird sie heute vielleicht angezeigt?

Zitat Polizeipräsidium Tuttlingen:
"Ob die steigende Zahl an Ladendiebstählen auch zu einem geänderten Anzeigeverhalten ... in den Geschäften geführt hat, kann derzeit nicht ausgeschlossen werden."



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Auch die Staatsanwaltschaft muss häufiger in Meßstetten ermitteln: 162 Mal, seit die Flüchtlinge da sind.

Meistens ging es auch hier um Diebstähle und um Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht.

Schwere Straftaten gab es gar nicht.

Die Staatsanwaltschaft Hechingen spricht von weniger kriminellen Vorfällen als erwartet.

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Die Ladendiebstähle beschäftigen auch Karl Butz, der als Polizist in der Landeserstaufnahmestelle arbeitet.

Sind die Tatverdächtigen Asylsuchende, landen die Fälle auf seinem Schreibtisch.

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Wie viel von ihrem Taschengeld die Flüchtlinge in Meßstetter Supermärkten ausgeben, ist schwer zu beziffern. Die Supermärkte nennen offiziell keine Zahlen.

Ein Insider erzählt:
Seit es die Landeserstaufnahmestelle gibt, mache einer der Supermärkte 15.000 Euro mehr Umsatz pro Monat.

Dass mehr gestohlen wird,  bestätigen auf Anfrage zwei von drei Supermärkten.

LIDL hat deshalb Konsequenzen gezogen:
"Für unsere Filiale in Meßstetten [haben wir] seit dem 19. Februar 2015 einen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes beauftragt, der aufgrund seiner Arbeitskleidung als solcher zu erkennen ist." 

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5. März 2015
Rund 140 Meßstetter kommen zu einer öffentlichen Aussprache in die Landeserstaufnahmestelle. Die LEA und der Zollernalbkreis haben zu der zweiten Bürgerversammlung eingeladen.

Der Grund: Die Landeserstaufnahmestelle  war zuletzt überbelegt. Vor allem mit Flüchtlingen aus dem Kosovo.

Ehrenamtliche Helfer berichteten von Beleidigungen und fühlten sich überfordert. Sie fragen, ob die Armut der Kosovaren als Asylgrund reichen kann.

Jetzt dürfen sich die Meßstetter ihre Sorgen von der Seele reden.

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Die Meßstetter fragen - und hören auch zu. An diesem Abend erzählt Alattar Muhammad Taher von seiner Flucht aus Syrien. Seit 2013 ist er mit seiner Familie hier.

Die Odyssee der Tahers dauerte mehrere Jahre.

Ihre Zwischenstationen:
Istanbul/Türkei
Kairo/Ägypten
Tripolis/Lybien
Lampedusa/Italien
Albstadt/Deutschland


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Manuela Kästle, die Ladenbesitzerin aus Meßstetten, beschäftigt das Schicksal der Flüchtlinge. Sie sieht die Asylsuchenden in ihrer Nachbarschaft nicht so kritisch wie viele andere.

Mit Alattar Muhammad Taher diskutiert sie über Probleme im Ort.

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Am Ende der Bürgerversammlung wird bekannt:
Ab sofort kommen keine neuen Kosovo-Flüchtlinge mehr nach Meßstetten.

Asylanträge von Kosovaren werden künftig nur noch  in Karlsruhe bearbeitet. Und alle  Kosovaren werden aus Meßstetten nach Karlsruhe verlegt.

Reagiert das Land auf die kritische Stimmung in Meßstetten? - Nein, heißt es von offizieller Seite.

Die Bürger im Ort und vor allem die Ehrenamtlichen sind dennoch erleichtert. Alfred Sauter zum Beispiel.

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Ende März 2015
Die Aktion "Der Mensch von nebenan" startet.

An Runden Tischen und in Bürgersprechstunden soll es zukünftig um die Probleme der Meßstetter gehen. Ab Mitte April arbeitet ein Streetworker im Ort, der zwischen Meßstettern und Flüchtlingen vermitteln soll.

Alle zwei Wochen dürfen die Meßstetter einen Blick hinter den Zaun werfen und Fragen stellen.

Das Interesse ist da.
Denn Führungen durch Flüchtlingsunterkünfte gibt es sonst nirgendwo in Baden-Württemberg.

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Über 40 Meßstetter kommen zu den ersten beiden Terminen.
Das Schicksal der Flüchtlinge interessiert. Viele werden aber auch ganz praktische Fragen los.

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Wieder ist es Manuela Kästle, die mit kleinen Geschenken aus ihrem Laden den direkten Kontakt zu den Flüchtlingen sucht.

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April 2015
Als in Tröglitz in Sachsen-Anhalt nach wochenlangen Drohungen durch Rechtsradikale eine Asylunterkunft angezündet wird, sagt der dortige Ministerpräsident:
"Tröglitz ist überall."

"Hier nicht!" sagen viele Meßstetter.
Sie wollen wachsam bleiben.



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Es wird Sommer auf der Alb.
Und die Zahl der Asylsuchenden in der Erstaufnahmestelle steigt sprunghaft an: Im Mai sind es 840. Im Juni über 1.500.

Immer mehr der Asylsuchende sind im Ort unterwegs. Ein Kennenlernen ist dennoch schwierig: Die Flüchtlinge sind nur einige Wochen da. Die wenigsten sprechen Deutsch.

Nur manchmal begegnen sich Einheimische und Asylsuchende unbefangen.

Eine Langzeitbeobachtung
von Sandra Müller und Katharina Thoms
Nominiert für den Grimme Online Award 2015.

Länge: Rund 20 Minuten.
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02. Mai 2015
Ehrenamtliche Helfer der LEA besuchen mit 50 Flüchtlingen ein Oberligaspiel der TSG Balingen.

Der Verein hat eingeladen.

Ein bewegender Moment.
Nicht nur für die Flüchtlinge.

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Alfred Sauter aus Meßstetten hat den Fußballausflug mit organisiert.

Er begleitet die Flüchtlinge ins nahe gelegene Balingen.

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Schnell wird klar:
Die Flüchtlinge wissen, wie man jubelt.
Oft besser als die Einheimischen.

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Manche "Fans" kennt Alfred Sauter vom Fußballtraining.

Denn einmal pro Woche kickt der ehemalige Soldat mit Flüchtlingen in der Erstaufnahmestelle.

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Gespielt wird auf dem Fußballplatz der ehemaligen Bundeswehrkaserne in Meßstetten. Alfred Sauter kennt den Platz aus seiner Soldatenzeit.

Nebenan - auf dem Truppenübungsplatz - wird auch trainiert. Mit Panzern, Mörsern und Granaten.

"Shoot, shoot!", schreien die Kinder aus Syrien, Serbien und dem Kosovo und meinen das Fußballspiel.

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Für die Flüchtlinge ist Alfred Sauter längst mehr als nur  Fußballtrainer. Er ist Motivator, Deutschlehrer und Spaßmacher. Sauter gefällt das.

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21. Juni 2015
In der Erstaufnahmestelle in Meßstetten sind so viele Flüchtlinge untergebracht wie noch nie: 1.505.
 
Und die Flüchtlinge zieht es hinaus:
Sie picknicken auf den Wiesen und grillen im Wald.
Sie machen Lagerfeuer an Feldwegen.
Sie trinken Bier auf dem Rasen vor dem Supermarkt.

Manchmal wird es laut. Immer wieder bleibt Müll liegen.
Viele Meßstetter befremdet das.

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Besonders viel diskutiert:
Die Situation rund um die Supermärkte.

Denn der Rasen zwischen Parkplatz und viel befahrener Straße ist bei den Asylsuchenden beliebt.

Hier treffen sie sich.
Meist schon ab Mittag.
Oft  bis in den späten Abend.
 
In Meßstetten ist das Stadtgespräch.
Auch Ladenbesitzerin  Kästle und Polizist Butz werden oft darauf angesprochen.

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Erika Zahner hat ein Grundstück gegenüber der beliebten Picknickwiese.

Von ihrem Wohnhaus aus kann sie die Asylsuchenden jeden Tag sehen.

Leider. Sagt sie.
Sagt ihre Familie.
Sagen die Nachbarn.


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Viele Meßstetter beschweren sich direkt bei Frank Maier.
Der leitet die Landeserstaufnahmestelle in Meßstetten.

Ihm ist bewusst, dass Meßstetten an seine Grenzen kommt mit zurzeit rund 1.500 Asylsuchenden.

Denn jetzt ist fast jeder Vierte im Ort ein Flüchtling.

Oft sucht Maier selbst das Gespräch mit verärgerten Anwohnern. Auch mit Erika Zahner.


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Axel Leukhardt ist Streetworker in Meßstetten. Bezahlt vom Roten Kreuz.

Sein Job:
Meßstettern und Flüchtlingen erklären, wie man klar kommen kann miteinander. Und für Ordnung sorgen.

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Für die Meßstetter bietet Streetworker Leukhardt Sprechstunden an. Doch bislang war kaum jemand da.

Die meisten Meßstetter gehen mit ihren Sorgen lieber zur Polizei und ins Rathaus. Für Anwohner gibt es eine eigene Anhörung.

Am häufigsten beklagen Meßstetter, dass Flüchtlinge

• betrunken und lärmend durch den Ort gehen.
• wild grillen.
• unerlaubt Holz aus dem Wald holen.
• Bierflaschen und Chipstüten liegen lassen.
• Privatgrundstücke betreten.
• sich auf Gartenmauern setzen.
• in Gärten pinkeln.
• Meßstetterinnen ansprechen.

Vereinzelt fühlen Frauen sich bedroht.
Zweimal haben Frauen das bei der Polizei angezeigt.

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Landeserstaufnahmestelle (LEA), Stadt, Polizei und Streetworker besprechen die Beschwerden jede Woche.

Ergebnis:
• Die Polizei fährt jetzt (noch) mehr Streife.
• Die Stadt hat zusätzliche Mülleimer aufstellen lassen.
• Die LEA hat zwei Grillstellen für Flüchtlinge eingerichtet.
• (Mehr) Asylsuchende sammeln täglich Müll in und um Meßstetten. Sie bekommen dafür 1,05 € die Stunde. So regelt es das Asylbewerberleistungsgesetz.

Weitere Pläne:
• Die Stadt zahlt einen Helfer (FSJ) für den Streetworker.
• Die Straßenkehrmaschine fährt häufiger.
• In der Stadt soll ein Toilettenwagen aufgestellt werden. Am besten bei den Supermärkten. Bisher sind weder der Verpächter noch die Supermärkte bereit dazu.









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Auch wenn die Meßstetter vieles stört:
Den Flüchtlingen direkt begegnen die meisten offenbar freundlich.

So jedenfalls erzählen es viele Asylsuchende.
Alijah aus Syrien zum Beispiel:

"Ich finde die Meßstetter sehr nett. Sie grüßen, sie sagen Hallo mit einem Lächeln. Und ich hatte noch nie den Eindruck, dass sie einen schief anschauen und fragen: Was machen die Fremden hier? Nichts davon."

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Seit es die Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Meßstetten gibt, wird "viel g'schwätzt".
Am Stammtisch.
Beim Friseur.
Im Internet.

Oft machen Gerüchte die Runde.
Geschichten von Schafen, Köpfen, Handys.
Die meisten sind falsch.
Dennoch halten sie sich oft monatelang.

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"Scho g'hört? Die Flüchtlinge hen a Schof g'fressa."

Dieses Gerücht ist seit Monaten nicht totzukriegen. Nur die Details verändern sich.

Mal sollen die Flüchtlinge ein Schaf aus dem Streichelzoo in der Erstaufnahmestelle geklaut haben. Mal mehrere Ziegen.
Immer heißt es, die Flüchtlinge hätten die Tiere gegessen.

Wahr ist: Alle Tiere leben.
Quelle: Der Schäfer und Besitzer der Tiere.

Dennoch werden Beschäftigte und Helfer fast täglich auf die Geschichte angesprochen.

Faktencheck zu Gerüchten über Flüchtlinge in Deutschland bei tagesschau.de


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Dieses Gerücht ist und bleibt ein Dauerbrenner:
"Alle Flüchtlinge, die hier ankommen, kriegen ein Smartphone. Geschenkt."

Es kursiert in ganz Deutschland. Auch in Meßstetten.

Das Bundesamt für Migration hat dem bereits mehrfach widersprochen:

"Asylbewerber/innen erhalten in Deutschland weder ein Begrüßungsgeld, noch ein Smartphone als Geschenk."

Was Asylsuchende und Flüchtlinge in Deutschland bekommen, regelt das Asylbewerberleistungsgesetz.

Warum Asylbewerber oft ein Smartphone haben und warum die Geräte nicht mit den teuren westlichen Handys vergleichbar sind, erklärt Der Standard aus Österreich.

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Laut Polizeistatistik gibt es in Meßstetten rund 30 Ladendiebstähle pro Monat.

In Wahrheit seien es viel mehr, hört man. Vor allem Asylsuchende würde klauen. Supermärkte bekämen Diebstahlsschäden aber ersetzt, wenn sie auf Anzeigen verzichten.

Meist heißt es, die Landeserstaufnahmestelle käme für die Schäden auf. Mehrere Mitarbeiter in der LEA und in den Discountern seien an den illegalen Entschädigungen beteiligt gewesen.

Beweise dafür fehlen.

Leiter Maier sagt:
Es werden keinerlei Entschädigungen gezahlt.

Der Lidl-Markt weist die Vorwürfe auf SWR-Anfrage zurück.

Faktencheck zu Kriminalität durch Flüchtlinge in Deutschland bei tagesschau.de



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Vereinzelt erzählen Meßstetter ihre Gerüchte dem Streetworker.

Kevin Strobel zum Beispiel beschäftigt eine Handy-Störung. An der soll die Erstaufnahmestelle schuld sein.


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Juni 2015
Wochenlang heißt es in Meßstetten:
"In der Erstaufnahmestelle hat ein Flüchtling einen anderen Flüchtling enthauptet." Der Kopf sei auf einem benachbarten Bauernhof gefunden worden.

Die Geschichte entbehrt jeder Grundlage.

Polizist Butz und Streetworker Leukhardt werden immer wieder darauf angesprochen.




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Draußen halten Gerüchte die Meßstetter in Atem.
Drinnen haben viele Flüchtlinge ganz andere Probleme.

Sie wollen ihren Asylantrag stellen. Einige warten Wochen auf das lang ersehnte Gespräch.

In Meßstetten geht das direkt in der LEA:
In einer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) - und damit bei Carina Schreyeck:

Die frühere Flüchtlingsbetreuerin arbeitet jetzt dort.

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Pro Tag nimmt Carina Schreyeck bis zu 12 Asylanträge auf.
Ein Dolmetscher hilft bei der Verständigung.

Es kommen Frauen, manchmal ganze Familien. Vor allem aber sitzen hier Männer. Sie alle  schildern ihre teilweise dramatischen Fluchtwege.

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Einen Asylantrag zu stellen, dauert hier meistens nicht mehr als eine halbe Stunde.

Die Schicksale werden damit alltäglicher.
Egal sind sie Carina Schreyeck nicht.

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Carina Schreyeck und ihre derzeit neun Kollegen werden bis Ende des Jahres die Anträge von 13.000 Flüchtlingen bearbeitet haben.

Das ist die Prognose des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Insgesamt rechnet Baden-Württemberg 2015 mit etwa 52.000 Flüchtlingen. Das sind doppelt so viele wie im vergangenen Jahr.

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Die Stadt muss also weiter mit so vielen Flüchtlingen klar kommen.
Carina Schreyeck hofft deshalb auf mehr Miteinander in Meßstetten.

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Schauen Sie wieder vorbei.
Der SWR begleitet Meßstetten und seine Flüchtlinge bis Ende 2016.  Nach den Plänen des Landes, wird die Flüchtlingsunterkunft in Meßstetten dann wieder geschlossen.

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Teil 7 Teil 8
Aktuelle Informationen zu Meßstetten und seinen Flüchtlingen außerdem unter
www.swr.de/messstetten





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Kapitel 4 Wachsam bleiben

April 2015
"Hier ist nicht Tröglitz!"

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