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Der Stuttgarter Fernsehturm

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Der Fernsehturm ist ein Bauwerk der Superlative. Und das nicht nur, weil er der ganze Stolz der Stuttgarter ist. Wir verraten Ihnen sieben Dinge, die Sie über das höchste Wahrzeichen der Landeshauptstadt wissen müssen.




von Silke Bauer und Katja Hemmer

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Mit dem Stuttgarter Fernsehturm schrieb der Bauingenieur Fritz Leonhardt Geschichte. Er hatte die damals revolutionäre Idee, die dringend benötigte Sendeantenne auf einen freistehenden, schlanken Stahlbetonturm zu stellen. 

Wichtig war ihm dabei, dass "auch die Stuttgarter Bürger etwas davon haben". Deswegen integrierte er Aussichtsplattform und Gastronomie. So einen Fernsehturm hatte es bis dahin nirgends auf der Welt gegeben.

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"Der Clou des Fernsehturms liegt unter der Erde"

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Nur 20 Monate dauerten die Bauarbeiten. Und das, obwohl es ausgesprochen schwierig war, geeignete Baufirmen zu finden, die in der Lage waren, am Experiment Fernsehturm mitzuarbeiten. Beim Schaft konnte man auf die Erfahrung von Schornsteinbauten zurückgreifen, alles andere war Neuland. Leonhardt hat hier echte Pionierarbeit geleistet.

Dass Leonhardt, der ein weltweit bekannter Brückenbauer war, überhaupt zum Turmbau kam, war eher dem Zufall zu verdanken.

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"Das verschandelt ja das ganze Stadtbild"

Helmut Rupp, technischer Direktor des SDR, erzählt, wie Fritz Leonhardt zu dem Projekt kam.










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Am 5. Februar 1956 wurde das neue Wahrzeichen der Stadt eröffnet. Das Fernsehbild verbesserte sich dank des neuen Turms und der Antenne deutlich. 

Die Aussichtsplattform in luftiger Höhe wurde rasch ein beliebtes Ausflusgziel. Bereits am 30. Dezember 1961 begrüßte man den fünfmillionsten Besucher. Die Baukosten von 4,2 Millionen D-Mark hatten sich da bereits amortisiert.

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Der Turm beeindruckte die Stuttgarter, sie hatten anfangs aber auch Angst: War er wirklich stabil? Konnte man tatsächlich einen so schmalen Turm über 200 Meter hoch bauen, ohne dass er bei starkem Wind einfach abknickt oder umfällt?

Doch gerade über diesen Punkt hatte sich auch Fritz Leonhardt viele Gedanken gemacht.

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"... auch den größten Stürmen und Böen standhält"

Fritz Leonhardt über seine Überlegungen zu den Windkräften, die auf den Turm einwirken.

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Dass der Turm nicht umfallen kann, hat er inzwischen bewiesen. Ob man da oben seekrank werden kann oder nicht - darüber gibt es allerdings unterschiedliche Meinungen.

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"Ich sage Ihnen, der Fernsehturm wackelt"

Wie stürmisch es auf der Aussichtsplattform des Fernsehturms sein kann, erfährt Landesschau-Wetterreporter Michael Kögel am eigenen Leib.

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Der Fernsehturm schwankt tatsächlich. An der Antennenspitze können es bis zu 1,50 Meter sein, auf Plattformebene bis zu 30 Zentimeter. Das gilt allerdings nur bei Orkanstärke 12. An normalen Tagen merkt man das Schwanken nicht.

Und dann lässt sich in aller Ruhe die tolle Aussicht genießen ...

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Schwabenstreich, Bohnenstange, Betonnadel, Protzstengel - für den Fernsehturm gab es im Volksmund viele Namen. Manche waren liebevoll, andere abwertend.

Fast hätte man ihn sogar verächtlich Samba-Socke genannt, wenn die Vorschriften zur Flugsicherung eingehalten worden wären. Die sahen für ein solch hohes Bauwerk nämlich einen rot-weißen Anstrich vor.

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Doch das war mit Architekt Erwin Heinle nicht zu machen. Er setzte durch, dass statt des Farbanstrichs rotierende Xenon-Leuchten montiert wurden. Der Weg dahin war allerdings steinig, Heinle drohte zwischenzeitlich sogar, wegen des Anstrichs aus dem Projekt auszusteigen.

Und so blieb dem Stuttgarter Fernsehturm letztlich sein elegantes Grau erhalten.

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Für offizielle Gäste war der Turmbesuch ein Muss. So auch für die Queen, die am 24. Mai 1965 die Landeshauptstadt besuchte. Mit großem Aufgebot wurde sie zu Stuttgarts Wahrzeichen chauffiert, 500.000 Schaulustige säumten die Straßen, das Ereignis wurde mehrere Stunden live im Fernsehen übertragen.

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"Die Stuttgarter scheuen keine Mühen"

Queen Elizabeth wird begeistert am Fernsehturm empfangen.

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Bei so hohem Besuch sollte natürlich alles perfekt sein. Leider ließ der Rasen rund um dem Turm zu wünschen übrig, er war fleckig und braun. Kurzerhand strich man ihn grün an und da man schon dabei war, wurde den Bäumen ein brauner Anstrich verpasst.

Die Queen schritt über den roten Teppich und bemerkte davon nichts. Allerdings soll sich so mancher geladene Gast über grüne Stellen an den Schuhen gewundert haben.

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Rasch wurde der Stuttgarter Fernsehturm zur Ikone. Weltweit diente er Architekten als Inspiration. Eine regelrechte Bauwelle brach los.

Ob in Toronto, Johannesburg, Frankfurt, Seattle, Wuhan, Moskau oder Dortmund -  hunderte Türme wurden nach dem Stuttgarter Prototyp geplant. Auch heute noch kommen Experten aus aller Welt, um sich Anregungen zu holen.

Selbst in ihren kühnsten Träumen hätten sich die Verantwortlichen diesen Erfolg nicht vorstellen können. Dabei setzte man schon bei der Eröffnung viele Hoffnungen in das Bauwerk.

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"Möge der Turm ..."

Fritz Eberhardt, Intendant des SDR und Bauherr des Turms, spricht bei der Eröffnung am 5. Februar 1956 über die Hoffnungen, die mit dem Fernsehturm verbunden sind.

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Es war ein Paukenschlag: Im März 2013 musste der Fernsehturm geschlossen werden. Grund: Der Brandschutz entsprach nicht mehr den aktuellen Sicherheitsbestimmungen. Es fehlte an Fluchtmöglichkeiten.

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"Ich hatte keine andere Wahl"

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn über die Feuerfalle Fernsehturm.

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Fieberhaft wurde nach Wegen gesucht, um die Vorschriften einhalten zu können. Der Turm hätte sonst für immer geschlossen bleiben müssen. Es begann ein ständiges Auf und Ab: Kaum hatte man eine Idee gefunden, scheiterte sie an der Umsetzung. In dem schmalen Turm waren die Möglichkeiten begrenzt. Einen zusätzlichen Fluchtweg zu schaffen war nicht machbar.

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Also konzentrierte man sich darauf, Brandherde zu beseitigen. Die zündende Idee war schließlich, die Sende- und Stromkabel mit schwer entflammbarem Material zu ummanteln und in eigenen Schächten verschwinden zu lassen. Bisher führten die Kabelstränge neben den Aufzügen offen im Schacht nach oben.

Eine automatische Überwachung beugt Schwelbränden an den Kabeln vor. Damit sollen die vorhandenen Rettungswege jederzeit nutzbar bleiben.

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Die Techniker beschritten Neuland. Viele der Maßnahmen und teils auch Materialien wurden weltweit zum ersten Mal in einem Fernsehturm eingesetzt. 

Dessen schlanke Eleganz erwies sich als Herausforderung. Da der Turm nach oben immer enger wird, wurden immer wieder neue Maßanfertigungen benötigt. Eine Mammutaufgabe.

Drei Jahre nach der Schließung aber ist es geschafft, der Turm ist wieder offen.

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"Ich schau dir in die Augen"

Der Stuttgarter Wort-Poet Timo Brunke über den Zauber des Fernsehturms (Ausschnitt aus "Kolumne 13, Therapeutisches Zwinkern")

Am 5. Februar - wenige Tage nach seiner Wiedereröffnung - feierte der Turm seinen 60. Geburtstag. Wenn das kein Grund für ein kleines Gedicht ist.

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Übersicht

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Kapitel 1 Neuland

Blaue stunde

Ft welt

Fernsehturm

Fernsehturm baustelle
Kapitel 2 Bei Wind und Wetter

Ft sturm korr

Abendrot

Zeichnung korb

Turm bunt
Kapitel 3 Die Samba-Socke

Ft socke neu

Ft rot wei%c3%9f ex

Xenon leuchte
Kapitel 4 Ihre Majestät

Ft rasen

Queen

Queen 2

Queen limousine
Kapitel 5 Vorbild

Ft krone

Ft alle tuerme ohne

Aussicht
Kapitel 6 Brandschutz

Ft feuerschutz

Fernsehturm unten

Kuhn

Brandschutzsanierung
Kapitel 7 Daten und Fakten

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Turmbei nacht

Nebel schmidt
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