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Organspende - Ein neues Herz fuer Esma

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Esma ist zehn Monate alt und hat einem schweren Herzfehler. Nur eine Organtransplantation kann sie retten. Nach vier Monaten bangen Wartens ist es endlich so weit: Esma bekommt ein neues Herz.

Bis es so weit ist, dass Spenderorgane einem Menschen das Leben retten, müssen jedoch viele Faktoren zusammenpassen...


Von Julia Merkle und Patrick Hünerfeld




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- Wenn eine andere Therapie keinen Erfolg mehr verspricht. 

- Wenn die Erkrankung des Organs mit Sicherheit in eine lebensbedrohliche Situation münden wird.

- Wenn ein solches Krankheitsstadium bereits eingetreten ist.

- Wenn der Patient nach der OP mit hoher Wahrscheinlichkeit länger und besser leben wird als ohne diesen Eingriff.

Esma hat ohne ein neues Herz keine Überlebenschancen. In einer langen Operation pflanzen die Ärzte ihr ein neues Herz ein...

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Dr. Johannes Kroll, Kinderherzchirurg, Uniklinik Freiburg

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Dr. Johannes Kroll transplantiert Esma das neue Herz. Die lange Transportzeit macht es dem Organ jedoch nicht einfach, seine Pumpkraft im neuen Körper schnell wieder zu erlangen...

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Der Weg zu einem neuen Organ

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Die Logistik der Organtransplantation scheint auf den ersten Blick recht kompliziert. Das System bietet jedoch die Möglichkeit, in kürzester Zeit den Patienten zu finden, zu dem ein Spenderorgan am besten passt. 


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Für die eindeutige Diagnose werden verschiedene Reflexe getestet, die bei Bewusstlosen im tiefen Koma noch erhalten wären. Bleiben diese aus, kann mit einer zusätzlichen apparativen Untersuchung die Unumkehrbarkeit des vollständigen Funktionsverlustes des Gehirns und damit der Hirntod festgestellt werden.

Normalerweise stirbt in der Folge des Hirntods der komplette Organismus. Nur auf einer Intensivstation unter künstlicher Beatmung bleiben einige wenige Patienten so lange kreislaufstabil im Stadium des Hirntodes. Nur bei diesen Menschen ist ein Organspende möglich.

Doch was bedeutet es genau, wenn jemand hirntot ist? Ein Bild kann helfen, das Sterben besser zu begreifen...

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Ein Bild kann helfen, das Sterben und den Hirntod besser zu begreifen: Der Absprung in den Tod

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Nach der Operation beginnt für Esma ein neues Leben mit dem fremden Herzen. Im besten Fall werden sie nur die Medikamente, die sie ein Leben lang nehmen muss, an die Transplantation erinnern.
Denn um eine Abstoßung des neuen Organs zu verhindern, muss mithilfe von Medikamenten das Immunsystem dauernd unterdrückt werden. Transplantierte sind deswegen extrem anfällig für Infektionen.

Der Erfolg einer Transplantation zahlt sich trotz allem aus: Wenn ein gespendetes Organ vom Körper des Empfängers angenommen wurde, kann es funktionieren wie ein eigenes, gesundes Organ – und ist damit ein Lebensretter…

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Dr. Thilo Fleck, Kinderkardiologe, Uniklinik Freiburg

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Dr. Thilo Fleck betreut Esma mit ihrem neuen Herzen. Er macht deutlich, warum eine Organtransplantation notwendig ist, um Leben zu retten.


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Ppp
Anzahl der transplantierten Nieren, Lebern, Lungen, Herzen und Bauchspeicheldrüsen. (Quelle: Eurotransplant, Swisstransplant)
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Die Reihenfolge der am häufigsten transplantierten Organe bleibt von Jahr zu Jahr nahezu gleich. Die Zahl der Organspender geht jedoch zurück. 2010 waren es noch 1.271 Organspender in Deutschland, 2016 nur noch 834. Dieser Rückgang zeigt sich auch bei den durchgeführten Transplantationen. 2010 wurden in Deutschland 4.316 Organe transplantiert, die durch Eurotransplant vermittelt wurden. 2016 waren es nur noch 3.045.

Die Organspenden reichen bei weitem nicht aus – auf der Warteliste stehen über 10.000 Patienten. Deshalb werden auch Organe vermittelt, deren Qualität grenzwertig ist. Oft verlaufen die Operationen mit Erfolg, aufgrund der großen Fortschritte in der Transplantationsmedizin. Aber es kann auch schief gehen. Mittlerweile zwingt der Organmangel die Zentren, größere Risiken einzugehen.

Aber warum gibt es zu wenig Organspenden?

Ppp
Anzahl der transplantierten Nieren, Lebern, Lungen, Herzen und Bauchspeicheldrüsen. (Quelle: Eurotransplant, Swisstransplant)
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Dr. Wolf-Dirk Nießen, Neurologe, Uniklinik Freiburg

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Bislang wurden die Skandale rund um die Manipulationen von Wartelisten oder die Aufklärung der Bevölkerung für den massiven Einbruch bei den Organspenden verantwortlich gemacht. Doch jetzt zeigt sich, dass das gar nicht stimmt.
Dr. Wolf-Dirk Nießen, einer der führenden Hirntod-Experten in Deutschland, weiß, wo die Probleme wirklich liegen. 

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In Deutschland und der Schweiz muss zu Lebzeiten einer möglichen Organspende nach dem Tod zugestimmt werden. In Österreich gilt dagegen die Widerspruchsregelung. Um die Zahl der Organspenden zu erhöhen, gilt u.a. in der Schweiz die Regelung, dass auch todgeweihte Patienten als Organspender infrage kommen, deren Hirn nicht komplett zerstört ist, sondern extrem stark geschädigt.

Wenn das Herz des Patienten im vorbereiteten Operationssaal stehen bleibt, wird nach einer zehnminütigen Wartezeit eine kurze Hirntoduntersuchung durchgeführt. Dann muss es schnell gehen: Denn je länger die Organe nicht mehr mit Blut versorgt werden, desto unbrauchbarer werden sie. Nur das Herz des Patienten ist bei dieser Methode nicht mehr verwendbar.

Aber auch diese Methode stellt die Mediziner vor besondere Herausforderungen...

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Renato Lenherr, Intensivmediziner, Universitätsspital Zürich

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Nach Herzstillstand ist die Qualität der Organe noch sehr gut. Aber nach dem Abstellen der lebenserhaltenden Therapie muss das Herz innerhalb von zwei Stunden aufhören zu schlagen, sonst nehmen sie  Schaden...

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Mittlerweile ist Esma knapp zwei Jahre alt und wohnt nach langen Krankenhausaufenthalten wieder zu Hause. Bei aller Euphorie über das neue Herz: Wie die meisten Menschen mit einem neuen Organ ist sie nicht gesund, sondern „anders krank“. Immer wieder kämpft sie mit Infektionen, entwickelt sich im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern sehr langsam. Dennoch ist ihre Mutter überglücklich...

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Esma soll glücklich sein und lachen - darüber freut sich ihre Mutter am meisten.

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Ob Sie selbst Spender sein wollen oder nicht: Sie sollten sich dieser Frage stellen und sie beantworten. Mit einem Organspendeausweis können Sie Ihre Entscheidung dokumentieren. Sie können zum Beispiel auch nur eingeschränkt spenden, also bestimmte Organe ausschließen. Es reicht auch aus, mit einem Angehörigen über dieses Thema zu sprechen und ihm Ihre Sichtweise mitzuteilen, damit er oder sie im Fall der Fälle weiß, was getan oder gelassen werden soll. 

Vielleicht helfen Ihnen folgende Antworten bei der Entscheidungsfindung weiter...

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Dr. Patrick Hünerfeld, Wissenschaftsjournalist und Arzt

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Dr. Patrick Hünerfeld, Wissenschaftsjournalist und Arzt

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Dr. Patrick Hünerfeld, Wissenschaftsjournalist und Arzt

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