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Los geht's

Der Koffer aus dem Mauerstreifen

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Der Fund

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Die Mission

Sein Inhalt:
persönliche Fotos und Dokumente eines Menschen.
Ich heiße Frédérique, bin Journalistin und mein größter Wunsch ist es, diesen Menschen zu finden und das Geheimnis des Koffers zu lüften:
Warum ist der Koffer am Bahnsteig liegen geblieben?

Doch finde mal jemanden mit dem Du nicht verwandt bist! Kein Meldeamt gibt Auskunft! Meine befreundete Kollegin Marianne hat die Idee an die Öffentlichkeit zu gehen. Plötzlich nimmt die Suche an Fahrt auf.

Gefunden wurde der Koffer von einem ehemaligen Reichsbahnmitarbeiter, als er die Geisterbahnhöfe der Stadt kartografierte. Er hat ihn mir geschenkt.
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Schwartzkopffstraße

Nordbahnhof

Oranienburger Tor

Unter den Linden

Potsdamer Platz

Oranienburger Tor

Jannowitzbrücke

Heinrich-Heine Straße

Französische Straße

Stadtmitte

Nordbahnhof

Bernauer Straße

Rosenthaler Platz

Weinmeisterstraße

Alexanderplatz

Bornholmer Straße

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Der Kofferinhalt

Dazu viele schwarz-weiß Bilder eines jungen Mannes.
Ich beginne sein Leben zu rekonstruieren.
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"Berlin-Krise - 16 Jahre kommunistische Politik gegen die deutsche Hauptstadt", SFB, 28.09.1961
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Der Geburtsort






Günther Städing ist ursprünglich aus Ducherow, Mecklenburg-Vorpommern.
In dem Ort leben 2.509 Menschen.
Kennt ihn dort vielleicht noch jemand?
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Heute lebt dort eine andere Familie.
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Der Soldat

Seine Uniform verrät mir, dass er zur Panzer-Division Herman Göring gehörte - eine Eliteeinheit, die formal zur deutschen Luftwaffe zählte. Doch er war kein Flieger.  

Günther Städing war Panzerfahrer. Auf einigen Fotos aus seinem Koffer entdecke ich auch verschiedene LKWs der Wehrmacht.
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Fallschirm Panzerdivision "Hermann Göring"
Der Reichsmarschall besucht die Division
Wochenschau 1943
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Der Heimkehrer

Fotos unmittelbar nach dem Krieg zeigen Güther Städing in einer Lungenheilstätte. Er hatte wie viele Kriegsheimkehrer TBC. Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die in erster Linie die Lunge betrifft und vor allem untergewichtige, körperlich geschwächte Menschen befällt. Behandelt wird sie seit dem 19. Jahrhundert durch eine Luftkur, bei der Patienten mehrere Stunden auf Liegen an der frischen Luft verbringen.

Im Zuge meiner Recherche erfahre ich, dass sich Günther Städing erst nach dem Krieg ansteckte, denn er wurde als Kraftfahrer dazu verpflichtet Kriegsheimkehrer nach Hause zu fahren.
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"Kriegsheimkehrer"
Der Augenzeuge, DEFA 1946
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Der Grenzgänger

Was hat ihn dazu gebracht?

Als Autoliebhaber und Sohn eines KFZ-Mechanikers findet er sofort wieder Arbeit. Die Motorisierung kommt nach dem Krieg schnell wieder in Gang. 
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Er ist im Osten gemeldet, arbeitet in West-Berlin beim Omnibus-Unternehmen Kramer und karrt regelmäßig Busreisende durch die Interzone. Mir wird klar, dass er durch seine Reisetätigkeit privilegiert aber auch gefährdet gewesen ist.
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Der Demonstrant

Er verrät mir, dass Günther Städing am nationalen Aufbauprogramm „Stalinallee 1952“ teilgenommen hat. Das Ziel: Aus Schutt und Asche Paläste für die Arbeiter und Bauern erschaffen! 38 Mio. Ziegel! 4 Mio. freiwillige Arbeitsstunden!

Mehr als 3.000 geplante Wohnungen, für 90 Pfennig Miete der Quadratmeter. Jeder der Arbeiter hoffte, eine davon zu ergattern. Hoffte auf warmes Wasser, Parkett, Fernwärme, Fahrstuhl. Im Preis enthalten war natürlich absolute Linientreue!
Auch Günther Städing leistete „Aufbaustunden“. 
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Doch statt Linientreue zeigte er vermutlich - wie viele Arbeiter - am 17. Juni 1953 seinen Unmut gegen die vom Zentralkomitee des SED angeordnete allgemeine Erhöhung der Arbeitsnormen. Der Protest eskalierte und wurde von sowjetischen Panzern niedergeschlagen.
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Der Auswanderer

In Günther Städings Heimatort habe ich erfahren, dass seine Schwester nach Amerika ausgewandert sein soll. Im Koffer finde ich das Foto eines amerikanischen Soldaten. Ist sie ihrer Soldatenliebe gefolgt?

Gerade in der BRD ist die Zuwanderung nach dem zweiten Weltkrieg groß: Flüchtlinge, Vertriebene, DDR-Übersiedler. Doch fast niemand spricht über die Auswanderer nach Übersee. 
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Zwischen 1949 und 1961 sind es fast 800.000 Deutsche. Die Hälfte von ihnen geht in die USA, ein knappes Drittel nach Kanada. Es ist die größte Auswanderungsbewegung des 20. Jahrhunderts, per Schiff über Bremerhafen.
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Der Familienmensch

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Jutta erzählt von der Warnung

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Der Flüchtige




Von 1945 bis zum Bau der Berliner Mauer fliehen
 3,5 Millionen Menschen von der DDR in den Westen.





Berliner Abendschau SFB 1961
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Karin löst die Verwirrung zu ihrem Namen auf

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Im Gegenzug gibt es Geldsendungen aus Geislingen nach Berlin. Der Hinweis zur Flucht steht auf der Rückseite:

„Gebe bitte Nachricht wann du kommst, auf einer Postkarte, nach hier und nach Ulm!“
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Bereits vor der Flucht schickt Günthers zweite Frau Gertrud Pakete nach Geislingen, um möglichst viele Habseligkeiten herüber zu retten. Günther sendet im Gegenzug Geld zurück an die Familie. Um nicht aufzufallen hat Gertrud am Tag der Flucht den Kinderwagen mit Jutta dabei, vollgestopft mit ein paar Kleidern und Decken. Ihre Tochter aus erster Ehe, Renate, trägt nur ihren Schulranzen. Der Koffer mit wichtigen Dokumenten hätte sie als Flüchtige entlarvt. Aus Angst kontrolliert zu werden, lässt sie ihn einfach am Bahnsteig stehen!
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Die Mitwirkenden

Mitarbeit WEBDOKU
Kamera: Benjamin Glitschka
Grafiken: Alexander Rütten

Bundesarchiv/Transit Film GmbH, Progress Filmverleih GmbH, framepool, rbb media

Eine WEBDOKU zur Audio-Serie
DER KOFFER AUS DEM MAUERSTREIFEN 
von Frédérique Veith und Marianne Wendt

10 x 25 Minuten zum Download
auf der Seite von SWR2 mit Interviews von
Tim Hoesmann, Anwalt;
Frieder Näther, Privatdetektiv;
Dr. Burghard Ciesla, Historiker;
Judith Klimin, Suchdienst Deutsches Rotes Kreuz;
Hans-Jürgen Kumm, Orstchronist Ducherow;
Marianne Wachtmann, Helga Cent-Velden, Alfred Barabas und Udo Bartsch, Zeitzeugen;
Jutta und Gerhard Awischus
sowie Karin und Bernd Gatzke.

Sprecher: Wolfgang Condrus, Frauke Poolmann, Arvid Schalle, Ansgar Hocke, Paul Sonderegger, Selina Emmanuel

In den Rollen
Kioskbesitzerin Hannelore: Steffi Kühnert
Günther: Sascha Nathan
Arbeiter Rudi: Joachim Kaps
Transportpolizist: Stefan Heckmann
geheimnisvoller Kunde: Ulf Handrek
Kunde: Robert Schoen
Mädchen: Nora Treptow

Mitarbeit: Christian Schiller
Produktionsassistenz: Arvid Schalle
Musik: Martin Bezzola
Regie: Robert Schoen
Redaktion: Walter Filz

Eine Produktion von Frédérique Veith und Marianne Wendt für den Südwestrundfunk 2019
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  • Mitarbeit WEBDOKU
    Kamera: Benjamin Glitschka
    Grafiken: Alexander Rütten

    Bundesarchiv/Transit Film GmbH, Progress Filmverleih GmbH, framepool, rbb media

    Eine WEBDOKU zur Audio-Serie
    DER KOFFER AUS DEM MAUERSTREIFEN
    von Frédérique Veith und Marianne Wendt

    Bildrechte: SWR

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