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Garnisonsstadt Lahr

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Die Caserne Commandant Menard

25 Jahre ist es her, dass die kanadischen Streitkräfte Lahr verlassen haben. Von 1967 bis 1994 waren sie dort stationiert. Mehrere Tausend Soldaten und Zivilisten haben damals nicht nur in der Stadt gelebt, sondern auch das Leben in Lahr geprägt. Noch heute stößt man auf ihre Spuren.
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Gekommen waren die Kanadier 1967 von Nato-Stützpunkten in Nordost-Frankreich. Ein Jahr zuvor hatte Frankreichs Präsident Charles de Gaulle die französischen Offiziere aus den Schaltstellen der Nato abgezogen. Ausländische Streitkräfte mussten daraufhin das Land verlassen. Die Kanadier wichen nach Lahr aus. (Im Audio: Frankreichs früherer Präsident Charles de Gaulles)

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Schon wenige Jahre nach ihrer Ankunft waren die Kanadier vielen Lahrer Bürgern gern gesehene Nachbarn und den Geschäftsleuten wichtige Kunden. Sie waren wesentlich kaufkräftiger als die französischen Soldaten, die bis 1967 in Lahr stationiert waren. Um 1970 gaben die 1.800 kanadischen Familien rund eine Million Dollar pro Monat aus.
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Leben am Kanadaring

Der Ansturm der Soldaten und ihrer Familien brachte den Lahrer Wohnungsmarkt enorm unter Druck. Ende der 60er Jahre lebten etwa 9.000 Kanadier in Lahr. Als die kanadischen Streitkräfte Anfang der 70er Jahre umstrukturiert wurden, räumten die Starfighter den Lahrer Flugplatz. Dafür wurden Einheiten von anderen Standorten nach Lahr verlegt. Unter dem Strich kamen mehr als Tausend Menschen hinzu.
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Lahrs früherer Bürgermeister Phillip Brucker erwartete angesichts der Zuzügler Schwierigkeiten, aber auch lukrative Aufträge für die Bauwirtschaft.

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Hunderte Kanadier kamen in Lahr in den sogenannten Rundhochhäusern unter. Die Betonbauten am früheren "Glockengumpen" waren in den 50er Jahren entstanden - ursprünglich für französische Soldaten. Mit ihrer fünfeckigen Architektur sorgten sie zu dieser Zeit für Schlagzeilen. "Kanadaring" heißt die Straße seit 1993.

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Der Flugplatz

Der Flugplatz in Lahr war Kernstück der kanadischen Präsenz. Hier wurde der gesamte Verkehr der kanadischen Streitkräfte mit dem Mutterland abgewickelt. Die 3.000 Meter lange Landebahn wird heute zivil genutzt. 
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Für das angrenzende Dorf Langenwinkel bedeutete der Flugplatz Höllenlärm und auch Gefahr, denn ab 1967 donnerten die Kanadier in ihren Starfightern wenige Meter über die Dächer der Wohnhäuser hinweg. 
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In der Dorfschule mussten die Lehrer den Unterricht immer wieder unterbrechen, weil Düsenjäger-Lärm die Verständigung unmöglich machte. Und mehrere Maschinen stürzten in der Nähe des Dorfes ab. Richard Rieflin, früherer Bewohner Langenwinkels erinnert sich.
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Nach jahrelangen Verhandlungen wurde das Leben der Langenwinkler 1971 ruhiger: Gemeinsam zogen 250 Menschen in ein neues Dorf, das wenige Kilometer vom alten Wohnort entfernt gebaut worden war. Vier Tage lang wurde Anfang Oktober Einweihung gefeiert. Doch viele ältere Menschen kamen im neuen Dorf nie richtig an. (Im Audio: Erinnerungen von Martin Müller, der die Umsiedlung als Jugendlicher miterlebte.)

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Lahrer Frauen umschwärmen kanadische Gentlemen

Maximal vier Jahre durfte ein kanadischer Soldat in Lahr seinen Dienst tun. Viele blieben aber für immer, denn im Laufe der Jahre wurden etliche deutsch-kanadische Ehen geschlossen. Damit gingen für die Frauen besondere Privilegien einher: Sie kamen wie ihre Männer günstig an Tabak, Alkohol und besondere Lebensmittel. Entscheidend für die Liebe waren aber selbstverständlich die inneren Werte: Die Kanadier galten als höflich und zuvorkommend.
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Mit 18 war ihr klar: "Ich will einen Kanadier." Mittlerweile ist Elke Hibert seit 29 Jahren mit ihrem Paul verheiratet. Die beiden lernten sich 1989 in der Lahrer Diskothek "Terrace" kennen. Sie haben zwei Söhne und leben in Kappel-Grafenhausen.

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Kasernen in der Garnisonsstadt

Die Kaserne am Hohberg wurde zur Zeit des Nationalsozialismus errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg bauten die Franzosen die stark zerstörten Gebäude wieder auf. 1967 zogen dann die Kanadier ein. Zeitzeugen erinnern sich an Panzer und schwer bewaffnete Soldaten am Eingang. (Im Audio: eine Anwohnerin)
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Auch wenn Eingangstor und Schranken heute fehlen: Das  Wohngebiet am Hohberg lässt die militärische Vergangenheit noch erahnen: Dreigeschossige Gebäude mit abgewalmten Dächern umschließen einen Hof auf dem früher exerziert wurde. Das einstige Wachhäuschen ist erhalten.
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Time to say goodbye!

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In den 80er Jahren gab es von Seiten der Friedensbewegung massive Proteste gegen die kanadischen Streitkräfte in Lahr. Auch die Grüne Stadtratsfraktion sympathisierte mit dem kanadischen Abzug. Schließlich wurde der von der kanadischen Regierung beschlossen und 1992 eingeleitet. Zwei Jahre später schloss der Standort Lahr seine Tore. (Im Audio: Friedensaktivisten vor dem Flugplatz Lahr)
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Von: Christine Veenstra
SWR Offenburg

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