Hinweis

Für dieses multimediale Reportage-Format nutzen wir neben Texten und Fotos auch Audios und Videos. Daher sollten die Lautsprecher des Systems eingeschaltet sein.

Mit dem Mausrad oder den Pfeiltasten auf der Tastatur wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Durch Wischen wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Los geht's

Mord ohne Beweise

Logo https://multimedia.swr.de/mordfall-schemmer?fbclid=IwAR2FIw6chrKsDPFJuaL3mN_4me5sJENxIld35XHS_0n9YceelFcU3FtfvyQ

Ein Rentnerehepaar wird brutal ermordet. Das Gericht in Koblenz verurteilt die Schwiegertochter, Henrike Schemmer, in einem Indizienprozess zu einer lebenslangen Haftstrafe. Obwohl es keine klaren Beweise gibt. Wir zeigen Ihnen ein paar der Indizien, die zur Verurteilung geführt haben. Wie hätten Sie im Prozess entschieden?
Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Das Gericht ist sich sicher: Henrike Schemmer hat ihre vermögenden Schwiegereltern aus Habgier
ermordet. Seit acht Jahren sitzt sie in Haft und beteuert noch immer ihre Unschuld. Jetzt bricht sie Medien gegenüber zum ersten Mal ihr Schweigen.

Video öffnen

Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Ohne klare Beweise wird das, was in der Tatnacht wirklich geschehen ist, vielleicht für immer im Dunkeln bleiben. Schauen Sie sich gemeinsam mit SWR-Rechtsexperte Kolja Schwartz die Indizien und Originaldokumente dieses Falles an und beurteilen Sie selbst!

Video öffnen

Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Wann wurden die Schemmers ermordet? Wann und durch wen wurden sie aufgefunden? Wo war Henrike Schemmer zum Tatzeitpunkt? Hier finden Sie wichtige Eckpunkte zum Verbrechen.

Video öffnen

Zum Anfang

Indiz 1

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Eines der Hauptargumente der Staatsanwaltschaft gegen Henrike Schemmer ist ihr Verhalten am Tatort. Als sie die Leichen entdeckt, fasst sie sie mehrmals an. Für das Gericht kann es dafür nur einen Grund gegeben haben.

Video öffnen

Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Das Gericht glaubt also, dass Henrike Schemmer die Leichen bewusst anfasste, um ihre Spuren entweder zu verwischen oder eine Erklärung dafür zu liefern. Bernd Schemmer sieht das völlig anders. Er und seine Frau hätten beim Auffinden der Leichen unter Schock gestanden.

Video öffnen

Zum Anfang
Die Polizei behauptet Henrike Schemmer gegenüber, Spürhunde hätten an der Stichwunde einer der Leichen die Spur des möglichen Täters aufgenommen. Die Wunde liegt unter der Bettdecke. Dort hat Henrike Schemmer laut Zeugenaussage ihres Mannes nicht hingefasst. Würden die Beamten nun trotzdem ihre Spuren dort finden, würde sie das schwer belasten. Nachdem sie von den Ermittlungsdetails erfährt, telefonieren Henrike Schemmer und ihr Mann. Die Polizei hört mit.                         
Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Für das Gericht versucht Henrike Schemmer ihren Mann davon zu überzeugen, dass sie womöglich auch unter die Bettdecke gefasst hat. Das sei ein “Manipulationsversuch” und eine “Beeinflussung von Zeugen”, so das Gericht. Offenbar wurden unter der Bettdecke keine Spuren gefunden, im Urteil ist davon keine Rede mehr.

Video öffnen

Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
"Uns kann ja nichts passieren, weil wir leben in Deutschland und wer nichts getan hat, kann auch nicht verurteilt werden", Henrike Schemmer sieht sich zu Unrecht verdächtigt.

Video öffnen

Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Wie interpretieren Sie das Telefonat? Bekommt hier eine Mörderin Angst davor, entdeckt zu werden? Oder spricht hier eine Frau, die sich zu Unrecht verdächtigt fühlt?

Video öffnen

Zum Anfang

Indiz 2

0:00
/
0:00
Audio jetzt starten
Mehrere Zeugen, die Waldtraud und Heinrich Schemmer kannten, geben an, von dieser Bäckerei aus, das Ehepaar am Freitagvormittag, den 08.07.2011 gesehen zu haben. Doch das Paar soll bereits in der Nacht vom Donnerstag, 07.07. auf Freitag, den 08.07. ermordet worden sein. Wenn das Ehepaar noch am Freitag gelebt hat, kann Henrike Schemmer den Mord nicht begangen haben. Hier hören Sie eine der Zeugen im Gespräch mit dem Profiler Stefan Harbort.

Audio öffnen

Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Am Ende befindet das Gericht die Aussagen der Zeugen aus der Bäckerei für nicht glaubhaft. Lesen Sie hier, warum.

Video öffnen

Zum Anfang
Ein anderer Zeuge will Henrike Schemmers Auto in der Tatnacht in der Nähe des Tatorts gesehen haben. Der Motorradfahrer war nach eigener Aussage beinahe mit ihrem Wagen zusammengestoßen. Er meldet sich nach einem Fahndungsaufruf der Polizei. Fast ein Jahr nach der Tat. Und nachdem die Polizei das Kennzeichen des Autos von Henrike Schemmer veröffentlicht hat.
Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Letztlich hält das Gericht die Zeugenaussage des Motorradfahrers für glaubhaft. Im Urteil begründet das Gericht, warum.

Video öffnen

Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Wem würden Sie hier glauben? Haben Sie sich eine Meinung gebildet? Könnten Sie genau sagen, wen Sie gestern gesehen haben, als sie beim Kaffee trinken saßen? Haben Sie sich schon mal ein Autokennzeichen gemerkt? Und wie lange haben Sie das im Kopf behalten?

Video öffnen

Zum Anfang

Indiz 3

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Das Motiv für den Mord war nach Meinung des Gerichts: Habgier. Henrike Schemmer habe mit dem Erbe der Schwiegereltern den Lebensstandard ihrer Familie verbessern und sichern wollen - so das Urteil.

Video öffnen

Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Heinz und Waldtraud Schemmer waren vermögend. Das Paar verfügte über mehrere Immobilien und hatte früher mehrere Lebensmittelgeschäfte.

Video öffnen

Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Was denken Sie? Ist Habgier in so einer Situation ein plausibles Motiv für einen Doppelmord? Habgier macht aus einem Totschlag einen Mord. Es ist ein sogenanntes Mordmerkmal.      

Video öffnen

Zum Anfang

Am 05.08.2013 fällte das Gericht das Urteil: Es befand Henrike Schemmer für schuldig am Mord ihrer Schwiegereltern. Sie wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest.
Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Was denken Sie, nachdem Sie gelesen haben, dass Henrike Schemmer des Mordes für schuldig erklärt wurde? In dubio pro reo - im Zweifel für den Angeklagten - so lautet ein wichtiger Grundsatz des Strafverfahrens. Ganz am Ende eines Verfahrens muss sich das Gericht fragen, ob es insgesamt begründete Zweifel an der Schuld der Angeklagten hat. Zweifel an einem einzelnen Indiz führen nicht zu einem Freispruch. Bitte bedenken Sie, dass im Unterschied zu unserer Präsentation in einem Gerichtsprozess eine Fülle von Zeugen und Sachverständigen gehört wird.

Video öffnen

Zum Anfang
Zum Anfang
Scrollen, um weiterzulesen Wischen, um weiterzulesen
Wischen, um Text einzublenden