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Los geht's

Trip nach Woodstock

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Intro

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Es ist das Jahr 1969: Eine halbe Million Menschen pilgert ins beschauliche Bethel im US-Bundesstaat New York. Es folgen drei Tage im Rausch.

Kommen Sie mit auf eine Zeitreise in die Welt des legendären Woodstock-Festivals.
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Fakten zum legendären Festival

"Das Phänomen Hippies"

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1969: Die Hippiebewegung ist kein Nischenphänomen mehr. Die jungen New Yorker  Musikproduzenten Artie Kornfeld und Michael Lang erkennen, dass  "Love and Peace" auch ordentlich Kommerz und Kohle bedeuten kann.

Die Idee eines Mega-Festivals ist geboren. 60.000 Menschen wollen sie unter dem Motto "Three days of peace and music" zusammenbringen.

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Nicht in Woodstock. Dort soll das Festival zwar ursprünglich über die Bühne gehen, doch die Bewohner protestieren gegen den Massenansturm - unter ihnen auch Bob Dylan.

Die Veranstalter verlegen das Festival zunächst auf ein Industriegelände bei Wallkill. Doch auch dort sind sie nicht gern gesehen.

Glück haben sie schließlich in der Dorfgemeinde White Lake bei Bethel. Was aber bleibt, ist der Name Woodstock.
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Die Eindrücke von Barry Farrell

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Der Erfolg kommt in Massen: Mehr als 400.000 pilgern nach Bethel - auf den Acker, der an einem Wochenende Geschichte schreibt.

Der Journalist Barry Farrell erinnert sich an den ersten Anblick "einer Menschenmenge, die bis zum Horizont reichte, als wäre eine überdimensionale Lebensbombe geplatzt."

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Make love, not war

Die junge Woodstock-Generation revoltiert gegen das leistungsorientierte Leben der Eltern. Doch die Hippie-Bewegung ist mehr als ein gesellschaftliches Aufbegehren. Der tobende Vietnamkrieg verleiht der Bewegung eine politische Dimension. Es geht um den Frieden auf der Welt.

Dazu kommt in den 1960er Jahren die anhaltende Angst vor einem Atomkrieg. Weltweit formieren sich verschiedene Friedensbewegungen.
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Amerika ist in dieser Zeit Inbegriff der Prüderie. Woodstock beweist das Gegenteil: Frei sein bedeutet hier auch nackt sein. Und Sex gehört ebenso zum Festival wie die Musik.


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Der Mythos Woodstock entsteht und besteht vor allem aus Liebe und Gemeinschaft, die über die Schrecken des Krieges triumphieren - zumindest an diesem Wochenende.

Es entfaltet sich eine totale Freiheit: Einlasskontrollen entfallen schnell, Zäune um das Festivalgelände gibt es keine. Die Zelte stehen jedem offen.


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Musikalische Meilensteine

Auf der Bühne jagt ein musikalischer Höhepunkt den nächsten, bis tief in die Nacht. Das Festival quillt über, die Plätze sind heiß begehrt: Fahrzeuge, Beleuchtungstürme oder auch Strommasten - nichts ist vor den begeisterten Musikfans sicher.

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"Joe Hill" (live in Woodstock 1969)
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Die Woodstock-Story zu The Who

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Janis Joplin gehört zu den Top-Acts - allerdings soll ihr Auftritt ein Flop gewesen sein. Gefeiert werden hingegen Joe Cocker und Jimi Hendrix.

Auch The Who (Bild) sind gebucht - ihr Manager will allerdings Vorkasse sehen. Damit der Auftritt nicht ins Wasser fällt, wird die Gage noch schnell per Helikopter beschafft.

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Eigentlich der ganze Rest der Avantgarde: die Beatles, die Rolling Stones (Bild), Bob Dylan, The Doors. Den Veranstaltern fehlt einfach das Renommee, um diese Top-Acts an Land zu ziehen.
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Die Woodstock-Story zu Joe Cocker

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In den USA noch völlig unbekannt ist der erst 24 Jahre alte Joe Cocker aus England. Das ändert sich schlagartig nach seinem Auftritt auf der Woodstock-Bühne: Er singt und tanzt sich die Seele aus dem Leib und verschmilzt mit der Musik.

Das Wetter droht während seines Auftritts zu kippen - doch Cocker beschwört die Fans, den Regen zu stoppen.

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"With a little help from my friends" (live in Woodstock 1969)
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Die Woodstock-Story zu Santana

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Opfer des Massenansturms und des schlechten Wetters werden beinahe auch Carlos Santana und seine Band. Sie müssen schließlich mit dem Helikopter eingeflogen werden. Von einer Katastrophe kann jedoch keine Rede sein: "Was ich gesehen habe, war wunderschön", sagt Santana später.

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"Soul Sacrifice" (live in Woodstock 1969)
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"Indische Kleidung und Räucherstäbchen"

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Das Interesse der Hippies an alternativen Lebensformen und fernen Kulturen findet sich ebenfalls in der Musik wieder. In Woodstock entführt der indische Musiker Ravi Shankar das Publikum in andere Sphären.

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Als Erica Applezweig beinah auf der großen Bühne stand

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Nur fast auf die Woodstock-Bühne schafft es dagegen die junge New Yorker Musikerin Erica Applezweig. Es scheitert lediglich an einer zu großen Gitarre.

50 Jahre später erinnert sich die Frau, die heute in Stuttgart lebt, an ihren Beinahe-Auftritt und die drei Tage in Bethel.

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Die Woodstock-Story zu Jimi Hendrix

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Der krönende, wenn auch verspätete Abschluss ist der Auftritt von Jimi Hendrix. Er spielt eine verzerrte Interpretation der amerikanischen Nationalhymne "The star spangled banner" und macht seinen Auftritt zu einem wortlosen Protest gegen den Vietnamkireg - und zu einem musikalischen Appell für den Frieden.

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Festivalleben

"Ein Koffer voller elektrischer Lockenwickler"

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Schon am ersten Festivaltag schüttet es wie aus Kübeln. Der Acker ist schnell ein einziger Schlamm-Sumpf. Wegen der katastrophalen Zustände wird der Notstand ausgerufen. "Wann hört es endlich auf zu schütten?" Diese Frage begleitet die Besucher  - und auch John Fogerty von Creedence Clearwater Revival (CCR). In Erinnerung an den Dauerregen schreibt er später den Song "Who'll stop the rain?".

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Ein einziger Caterer und 600 Klohäuschen, diese Rechnung kann nicht aufgehen. Am ersten Tag werden um die 500.000 Burger und Hot Dogs verputzt. Bald werden in benachbarten Orten tausende Butterbrote geschmiert. Geliefert wird per Hubschrauber, denn  die Zufahrtswege sind immer noch verstopft - ebenso wie die Toiletten. Es stinkt bestialisch, die Schlangen sind endlos. Ab in die Büsche lautet die Devise.
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Die Eindrücke von Barry Farrell

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Woodstock - das steht auch für ein Festival im Dauerrausch.  Während Essen und Wasser im Stau steckenbleiben, funktioniert die Versorgung mit bewusstseinserweiternden Mitteln reibungslos. Die Santana-Truppe ist bis oben zugedröhnt, muss aber viel früher raus auf die Bühne als gedacht. Carlos spielt um sein Leben und ist am Ende des Trips der Star des Festivals.

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Kulturelles Erbe

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Drei Tage Woodstock – für die Dokumentarfilmer Michael Wadleigh und Bob Maurice bedeutet das: 100 Stunden Material, gedreht mit 20 Kameras. Der dreistündige Film "Woodstock - 3 Days of Peace & Music" wird zum Kassenschlager. 1971 gewinnt er den Oscar in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm".
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Woodstock lebt regelmäßig wieder auf. Zum Zehnjährigen gibt es ein Konzert in New York. Mit dabei: Joe Cocker und sein Woodstock-Hit "With a little help from my friends". Den hat er auf jedem seiner fast 2.000 Konzerte gespielt.

1994 findet im Bundesstaat New York Woodstock II statt. Auf der Bühne auch Bob Dylan, der 1969 mit Abwesenheit geglänzt hatte. Woodstock III im Jahr 1999, unter anderem mit Kid Rock, endet mit gewalttätigen Tumulten.
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Zum 50. Jubiläum plant Woodstock-Erfinder Michael Lang eine Neuauflage - mit einer Mischung aus Acts von damals sowie aktuellen Künstlern wie Jay-Z (Bild). Doch erst gibt es Probleme bei der Suche nach einem Veranstaltungsort, dann springen reihenweise die Künstler ab. Im August dann das endgültige Aus von Woodstock 50. In Bethel selbst soll aber ein kleines Konzert mit ausgewählten Künstlern stattfinden.

Der Meilenstein der Festival-Geschichte bleibt aber das Original - an jenen Tagen im August 1969.
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Outro

Autoren:
Manuela Hübner
Andrea Lohmann

Hörfunk-Beiträge:
Jonas Gutsche
Werner Köhler
Antje Passenheim

Sounddesign:
Marc Nothelfer
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